Das Geheimnis der LQ-Fonts

oder DREI DINGE BRAUCHT MAN(N) oder FRAU

statt eines Vorwortes:

Da großes Interesse über die Erstellung von LQ-Fonts zu bestehen scheint, will ich hier das "Geheimnis" lüften, also erläutern wie ich meine LQ-Fonts erstellt habe und werde.

Dazu benötigt man drei Dinge:

- einen freiverwendbaren Font (PD-Soft) oder selbst erstellten

- die Geos LQ-Systemdiskette V2.0 oder höher von Thilo Herrmann

- einen guten Fonteditor wie "Fonteditor V2.5" von Jim Collette (eventuell auch V2.2. aus dem Megapack II)

Alle nun nachfolgenden Handlungen beruhen auf die oben genannte Software.Dazu empfehle ich "DIE Disk mit den über 100 Geos -PD Anleitungen". Wo man die ganze Software bestellen kann, im letzten Kapitel.

1. Die Arbeitsdisk

Ich kopiere mir auf eine neue Arbeitsdisk folgende Programme:

- den Font, der mir so gut gefällt- um ihn in einen LQ-Font zu wandeln (namens "DEMO" mit Pg 12)

- den Fonteditor V2.5 (nachfolgend FE genannt)

- die Programme FontDistance , FontZoom , FontCreate , FontSplice , FontHide , FontAdjust von der Geos LQ-Systemdisk

- Geowrite und Desktop

- einen grafikfähigen,guten Druckertreiber ( bei 24 Nadlern bitte Druckertreiber verwenden, die die Höhe nicht verzerren -> z.B. HQ-Treiber von Thilo Herrmann

2. Bevor wir zur Praxis schreiten, etwas Theorie !

LQ-Fonts sind ganz normale Fonts. Sie enthalten nur mehrere Punktgrößen. Geos LQ versucht nun beim Ausdruck, statt der kleinen Punktgrößen die großen Pg's zu verwenden und komprimiert sie dabei so weit, das sie in die kleine Pg passen. Dies funktioniert am besten beim zweifachen und dreifachen, d.h. wenn ich Pg 12 habe, benötige ich noch Pg 24 und 36. Zu diesem Verfahren bitte das Handbuch zu Geos LQ genau durchlesen. Dort wird das Prinzip, Ursache und Wirkung sehr schön beschrieben. alles beruht darauf, daß ich bei Pg 36 viel mehr Details darstellen kann, was dann durch Geos LQ und dessen optimale Dckeransteuerung auch voll zur Wirkung kommt, auch in Pg 12.

Wichtig ist, das man noch zwei Dinge beachtet :

- Wenn ein Buchstabe bei Pg 12 - 5 Punkte breit ist, muß er bei Pg 24 - 10 Punkte breit sein und bei Pg 36 = 15 Punkte. Darin sind mindestens 1 bzw. 2 und 3 Leerspalten enthalten.

- auf Grund von Speicherplatzproblemen müßen 2 Eckdaten eingehalten werden. Der FE schafft nur max. 8 KByte -Pg's. Trotzdem kann man mit FontZoom und FontSplice bis zu max. 14,5 KByte-Pg's bearbeiten und erstellen.

- Alle Applikationen können Pg's bis zu max 4000 - 4600 Byte darstellen, aber auch dazu gibt es später noch einen Trick !

3. Es geht nun los !

Die oben beschriebene Arbeitsdisk kopiere ich mir auf meine RAM-Disk, damit das arbeiten schneller geht. Dann aktiviere ich meinen Druckertreiber und starte den FE (wie immer, natürlich mit Doppelklick), öffne den Font "Demo" mit seiner einzigen Pg 12. Nun lasse ich den Font über die Funktion PREVIEW / PRINTER ausdrucken und lege das Blatt vor mich hin. Dabei keine Stileinstellung vornehmen !

Nun verlasse ich den FE und lade das Pgm FontZoom, wähle meinen Font und meine Pg (12 eingeben) aus und lasse ihn von Pg 12 auf Pg 24 mit 100% vergrößern und im gleichen Font unter Pg 24 abspeichern. Danach lade ich wieder den FE und beginne jetzt mit der Feinarbeit. So muß z.B. die Baseline (Grundlinie) meist verrückt werden, die Feinheiten wie Schnörkel und Bögen usw. ausgebessert werden. Das mache ich bis mir die Buchstaben und Zeichen der Pg 24 zusagen und mit dem Ausdruck von Pg 12 übereinstimmt.

Wenn die Pg 24 nun bereits eine Größe von 4000 Byte überschritten hat, was im Hauptfenster des FE steht !, so müssen nun die bestehenden Leerspalten entfernt werden. Dazu eignet sich u.a. FontAdjust, oder man macht alles im FE per Hand. Dabei werden bei jedem ,JEDEM Zeichen gleichviel Leerspalten RECHTS entfernt, meist 2 (manchmal auch bis zu 4 !). ich gehe hier von 2 Leerspalten aus. Wie dies mit FontAdjust zu machen ist, steht im Geos LQ-Handbuch.Später wird dies durch das Pgm FontDistance und Geos LQ korregiert, so daß beim Ausdruck alles wieder stimmt. Ist aber die Pg 24 jetzt bereits über die genannten 4000 Byte können wir damit sowieso nicht mehr schreiben unter Geowrite und verkleinern uns so die Pg damit auf den Arbeitsdisks (auch später) nicht sinnlos Platz vergeutet wird. Nach dem eventuellen Entfernen der Leerspalten wird die Pg 24 nochmals abgespeichert. Der Font "Demo" enthält jetzt also die Pg 12 (in Schreibform) und die Pg 24. Nun brauche ich die Pgms FontDistance und FontHide. Mit dem FontDistance wird der Font als LQ-Font intern markiert, Geos LQ weiß dann beim arbeiten damit, daß in dem Font "Demo" auch LQ-Pgs sind und verwendet diese beim ausdrucken. Gleichzeitig wird hier nun die fehlenden Leerspalten bei der Pg 24 wieder ausgeglichen. Dazu gebe ich 24 ein, d.h. ab Pg 24 sollen die Leerspalten künstlich erzeugt werden und nun heißt es rechnen ! Sind bei Pg 12 = 2 Leerspalten, so sind es ja bei Pg 24 = 4 Leerspalten. 4 durch 24 = 0.166. Dieser Wert wird als zweites eingegeben. Später rechnet Geos LQ daraus die Leerspaltenanzahl in Punkten - 0.166 x 24 = 4 Leerspalten berücksichtigen. Ist das vollendet, öffne ich FontHide. Damit wird die Pg 24 für alle Applikationen, außer Geos LQ , versteckt. Praktisch ist es also nicht möglich mit der Pg 24 zu schreiben, aber diese trotzdem unter Geos LQ zu nutzen.

Warum und wieso, steht alles im Geos LQ-Handbuch. Nun ist mein Font "Demo" fertig, er wird noch in "LQ-DEMO GE" umbenannt. GE steht für Germany (deutsch), und dann wird mit einem Testtext einmal normal unter Geowrite (HOCH) und dann unter Geos LQ (Einstellung x=6 und y=2 bzw. bei 24 Nadlern x=5 und y=2 ) ausgedruckt. Wurde gut gearbeitet, muß beim Vergleich alles pixelgenau stimmen. Dazu werden beide Blätter übereinandergelegt, und gegen eine starke Lichtquelle (Fenster !) betrachtet.

Als nächstes vergrößere ich mir die Pg12 auf Pg36 und arbeite das ganze nochmal durch. Dabei brauche ich aber diesmal FontDistance nicht, die Einstellung "ab 24" und "0.166" beiinhaltet die Pg 36 schon. Sollte nun die Pg36 zu groß werden (über 8 KByte), kann ich diese mit dem FE nicht mehr bearbeiten. Da gibt es zwei Wege:

1. Bevor ich die Pg 36 mit dem FE einlese, werden mit FontAdjust die Leerspalten (diemal 6 !) entfernt.

2. Ich benutze zuerst FontCreate und erstelle 2 Dummys - Demo 1 mit ID 1 und Demo 2 mit ID 2. Danach erst starte ich mit FontZoom die Vergrößerung und lasse dort aber 2 ZS zu. Bei "den ganzen ZS bearbeiten" NEIN anklicken die erste Hälfte in Demo 1 und die zweite Hälfte in Demo 2 abspeichern.

Jetzt kann ich in aller Ruhe Demo 1 und Demo 2 verbessern. Bin ich damit fertig, wird mit FontSplice beide Fonthälftem zusammengefügt und unter Demo (zu Pg12 und Pg24 als Pg36) abgespeichert. Danach starte ich sofort FontHide und lasse Pg 36 unsichtbar machen. Erst jetzt öffne ich Geowrite und teste die Pg 36 wie folgt:

Beim Ausdruck mit Geos LQ wird nun X=8 ,y= 3 bzw. bei 24 Nadlern x= 6 und y=2 eingegeben. Der "Normale" Ausdruck und LQ-ausdruck müssen wieder fast übereinstimmen. Kontrolle am Fenster !

Im Infoblock (C=Q) gebe ich im Infofenster noch ein : Font-ID (steht im FE) und die Pg's 12 , (24,36).

Nun habe ich leider nur Schreibgröße 12, möchte aber noch Schreibgröße 10. Also geht der ganze Spaß von Vorne los ! Nur muß ich diesmal zuerst Pg 12 auf Pg 10 verkleinern und ausbessern. Pg10 folgt Pg 20 und Pg 30, so daß der ganze Font dann enhält Pg 10,12, 20 (24,30,36). Wenn die Pgs (20 und 24) noch kleiner als 4000 Byte sind, dann brauche ich die Leerspalten dort nicht zu löschen und diese Pg's auch nicht zu verstecken.

Das ist eigentlich der ganze Trick und die Arbeit mit den LQ-Fonts. Trotzdem noch ein paar Hinweise:

4. Spezielles

- Wichtig ist die Übereinstimmung der Pgs in Punktgenauigkeit. Feinheiten, Tastatur, nur so wird der Text nicht falsch dargestellt.

- Die genannten Bytewerte müssen eingehalten werden, sonst kommt es zum Absturz des FE und Geowrite.

- Bei den Grafikfonts bin ich anders vorgegangen. Hier habe ich erst auf Milimeterpapier die Grafikzeichen vorgezeichnet, um zu sehen was technisch überhaupt machbar ist.

- Der FE läßt über Fotoscraps auch die Möglichkeit zu, Teile von Grafiken aus Geopaint in einzelnen Buchstaben abzuspeichern. So habe ich den LogoFont entwickelt.

- Beachten Sie das Copyright jedes Fonts ! Nur aus PD-Fonts erstellte LQ-Fonts dürfen von Ihnen auch weitergegeben werden !

- Beachten Sie bereits festgelegte Font-IDs ,z.B. die von Thilo Herrmann oder von mir. Sonst wundern Sie sich warum Geowrite und Geos LQ zweimal den gleichen Font darstellt. Alle Applik. erkennen die Fonts nur an der Font-ID !

5. Bezugsquellen

- Geos LQ-Standartpaket Preis: 49.-

enthält u.a. FontZoom, FontHide usw.

bei Dieter Marten Barbarossastr. 48 7070 Schwäbisch Gmünd 5